Wustrow
Wanderung: Fischländer Kirche – Hafen – Neue Straße – Strandstraße – Parkstraße.

Wustrow auf Fischland-Darß verbindet Ostsee, Natur und maritimen Charme – mit langen Stränden, der Seebrücke und besonderen Orten entlang der Küste. Wustrow blickt auf eine stolze Geschichte zurück, die sich bis heute im Ortsbild widerspiegelt. Aus einem armen Bauern- und Fischerdorf entwickelte sich mit dem Aufkommen der Segelschifffahrt ein wohlhabender Ort. Im Sommerhalbjahr segelten die Männer bis nach Amerika, im Winter bauten und verzierten sie ihre Häuser. So entstanden die filigran geschnitzten Fischländer Türen und die typischen Kapitänshäuser mit Frontspieß, die bis heute das Gesicht Wustrows prägen. Daneben finden sich liebevoll restaurierte reetgedeckte Hochdielenhäuser. An manchen Straßen steht der Kontrast besonders deutlich nebeneinander: auf der einen Seite Kapitänshäuser, auf der anderen Reethäuser. Dieser Bruch geht auf den großen Brand von 1869 zurück, nach dem viele Häuser neu errichtet werden mussten.
Wir starten unseren Rundgang an der Fischländer Kirche, einem imposanten Backsteinbau mit hohem Turm, von dem sich ein weiter Blick über Ort, Bodden und Ostsee bietet. Gleich daneben liegt der Hafen, wo die traditionellen Zeesboote mit ihren dunkelroten Segeln liegen. Von hier starten auch Fahrgastschiffe zu Touren über die Boddengewässer.
Weiter geht es in die Neue Straße, für uns die schönste Straße des Ortes: reetgedeckte Häuser, gepflegte Vorgärten, wahre Schmuckstücke. Auf halbem Weg liegt das Fischländer Haus, heute Atelier und Ausstellungshaus. Ein kurzer Abstecher zum Friedhof lohnt sich, denn von hier reicht der Blick über die Felder bis nach Barnstorf, einen Ortsteil mit „Bullerbü“-Atmosphäre.
Zurück im Zentrum folgen wir der Strandstraße, die neue Hauptstraße Wustrows. Hier entstanden die Häuser, als der Tourismus die Seefahrt ablöste. Linden säumen die breite Straße, am Ende lockt die Seebrücke: egal ob ruhige See oder stürmische Gischt – hinauszugehen ist immer ein Erlebnis. Der Dünenweg führt uns weiter südwärts durch Strandhafer und Rosenbüsche.
Zum Abschluss biegen wir in die Parkstraße ein, gesäumt von stolzen Kapitänshäusern. Auf der rechten Seite erhebt sich die ehemalige Seefahrtsschule, in der bis in die 1990er-Jahre Kapitäne und Seeleute ausgebildet wurden. Am Ende der Straße liegt das ehemalige Kaiserliche Postamt, heute die Tourist-Information. Von hier sind es nur wenige Schritte zurück zur Kirche. Und der Rundgang schließt sich.
